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Sächsisch (Obersächsisch)

1. Was ist Sächsisch?

Das Obersächsische gehört zur thüringisch-obersächsischen Gruppe des Ostmitteldeutschen und wird in Sachsen, im südöstlichen Sachsen-Anhalt und in Teilen Ostthüringens gesprochen. Kerngebiete sind das Meißnische (mit Dresden) und das Osterländische (mit Leipzig).1

Wichtig für Lernende: Was man heute umgangssprachlich „Sächsisch“ nennt, ist in der Regel nicht mehr die alte Basismundart, sondern der Regiolekt Sachsens — die Basisdialekte im engeren Sinn gelten seit dem frühen 20. Jahrhundert als weitgehend erloschen.1 Dieser Leitfaden behandelt beides: die dokumentierten Mundartmerkmale und ihre heutige regiolektale Färbung.

A1.1Erster Kontakt — Klang & Lautung

Drei gut dokumentierte Merkmale prägen den Klang: die Entrundung (ö/ü werden zu e/i), die binnendeutsche Konsonantenschwächung (p/t/k klingen wie b/d/g) und die Monophthongierung von ei/au zu ee/oo.1

HochdeutschSächsischWas sich verschiebt
bösebäseEntrundung ö → e
BühneBiehneEntrundung ü → i
KartoffelnKardoffelnt → d (Konsonantenschwächung)
PapaBabbap → b
Bein / BaumBeen / Boomei → ee, au → oo
SchneeSchniiHebung e → i
A1.2Erste Orientierung — Dialekt oder Regiolekt?

Wenn du heute in Dresden oder Leipzig „Sächsisch“ hörst, ist es meist ostmitteldeutsch gefärbtes Hochdeutsch — je nach Ort, Region und Sprecher unterschiedlich stark.1 Die alten Basismundarten hielten sich am längsten im Erzgebirge, im Vogtland und in der südlichen Lausitz.1

Weiterlernen & Quellen

Der obersächsische Wortschatz ist im vierbändigen Wörterbuch der obersächsischen Mundarten (1994–2003) dokumentiert; einen Überblick mit weiterführender Literatur gibt der Wikipedia-Artikel „Obersächsische Dialekte“.1

Dieser Leitfaden ist ein Startkapitel: Er deckt die Orientierung und die ersten A1-Inhalte ab und wird in kommenden Ausgaben — nach dem Vorbild des Bairisch-Leitfadens — durch alle acht GER-Teilstufen (A1.1 bis B2.2), Vokabellisten und Übungen erweitert.

Notes & Bibliography

  1. „Obersächsische Dialekte“, Wikipedia (deutsch) — ostmitteldeutsche Einordnung (thüringisch-obersächsische Gruppe), Meißnisch/Osterländisch, Entrundung (bäse, Biehne), Konsonantenschwächung (Kardoffeln, Babba), Monophthongierung (Been, Boom), Hebung (Schnii), Dialekt-vs.-Regiolekt-Befund (Siebenhaar) und Wörterbuch der obersächsischen Mundarten. [source]