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Schwäbisch (Swabian)

1. Was ist Schwäbisch?

Schwäbisch ist eine Gruppe alemannischer (oberdeutscher) Mundarten, die vor allem im württembergischen Teil Baden-Württembergs und im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben gesprochen wird.1 Wie das Bairische ist es kein „falsches Hochdeutsch“, sondern eine eigenständige Entwicklungslinie des Deutschen mit eigener Lautung, Grammatik und eigenem Wortschatz.

Dieser Leitfaden ist auf Hochdeutsch verfasst und stellt das Schwäbische durchgehend der Standardsprache gegenüber — ideal, wenn du Hochdeutsch bereits beherrschst und die Mundart verstehen (oder selbst wagen) willst.

A1.1Erster Kontakt — Klang & Lautung

Das auffälligste Kennzeichen: Vor d/t und b/p wird s fast immer zu sch — Angst klingt als Angschd, Raspel als Raschbl.1 Dazu kommt die binnendeutsche Konsonantenschwächung: k, p, t werden weich zu g, b, d (Dag statt Tag, Schdual statt Stuhl).1 Ein Schwa wie in der hochdeutschen Endung -en kennt das Schwäbische nicht; die Endungen klingen als helles a ([ɐ]).1

HochdeutschSchwäbischWas sich verschiebt
AngstAngschds → sch vor t; t → d
RaspelRaschbls → sch vor p
TagDagt → d (Konsonantenschwächung)
StuhlSchdualst → schd; Vokal gebrochen
wirmirw → m (weit verbreitete Dialektform)
du musst / du schreibstdu musch(t) / du schreibsch(t)2. Person Singular auf -sch(t)
A1.2Erste Formen — das Verkleinerungs-le

Das berühmte schwäbische Diminutiv endet auf -le: Mädle („Mädchen“). Die Mehrzahl unterscheidet sich nur durch den Endvokal — Mädle (Einzahl) gegenüber Mädla (Mehrzahl).1 Auch die 2. Person Singular auf -sch(t) (du musch, du schreibsch) gehört zu den Erkennungszeichen, an denen man Schwäbischsprecher sofort erkennt.1

Weiterlernen & Quellen

Einen wissenschaftlichen Überblick mit Lautlehre, Karten und Literatur bietet der Wikipedia-Artikel „Schwäbische Dialekte“; die dort verzeichnete Fachliteratur (u. a. zur alemannischen Dialektologie) führt tiefer.1

Dieser Leitfaden ist ein Startkapitel: Er deckt die Orientierung und die ersten A1-Inhalte ab und wird in kommenden Ausgaben — nach dem Vorbild des Bairisch-Leitfadens — durch alle acht GER-Teilstufen (A1.1 bis B2.2), Vokabellisten und Übungen erweitert.

Notes & Bibliography

  1. „Schwäbische Dialekte“, Wikipedia (deutsch) — Klassifikation als alemannische Dialektgruppe, sch-Laut vor d/t und b/p (Angschd, Raschbl), Konsonantenschwächung (Dag, Schdual), fehlendes Schwa, Diminutiv -le mit Plural -la (Mädle/Mädla), 2. Ps. Sg. auf -sch(t), „mir“ für „wir“. [source]