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Mecklenburgisch-Vorpommersch

1. Was ist Mecklenburgisch-Vorpommersch?

Mecklenburgisch-Vorpommersch ist das Plattdeutsch Mecklenburg-Vorpommerns und gehört zum ostniederdeutschen Zweig des Niederdeutschen.1 Wie alles Platt ist es ein eigener westgermanischer Sprachzweig ohne die hochdeutsche Lautverschiebung: ik statt „ich“, dat statt „das“.

Seinen festen Platz in der deutschen Literaturgeschichte hat dieses Platt durch Fritz Reuter (1810–1874), der seine großen Erzählwerke im Mecklenburger Platt schrieb und die Mundart damit weit über die Region hinaus bekannt machte.1

A1.1Erster Kontakt — Klang & Lautung

Für den Einstieg gelten die niederdeutschen Grundentsprechungen; die feineren ostniederdeutschen Besonderheiten (etwa in den Endungen und im Vokalismus) folgen in einer späteren Ausgabe dieses Leitfadens:

HochdeutschPlatt (M-V)Anmerkung
ichikkein ch-Laut
das / wasdat / watt bleibt t
machenmakenk bleibt k
A1.2Erste Begegnung — Reuter lesen

Der klassische Zugang zu diesem Dialekt ist die Lektüre: Fritz Reuters Werke sind gemeinfrei und vielfach online verfügbar; wer Hochdeutsch kann, liest sich mit etwas Geduld erstaunlich schnell ein.1

Weiterlernen & Quellen

Der Wikipedia-Artikel „Mecklenburgisch-Vorpommersch“ beschreibt Gliederung, Lautstand und Literatur des Dialekts und verweist auf die regionale Wörterbuch- und Forschungstradition.1

A2.1Der mecklenburgische Klang

Das definierende Merkmal ist die sogenannte Erhöhung: Vor r werden alte lange ê- und ô-Laute gehoben — ierst „erst“, hüren „hören“, und Uhr bedeutet „Ohr“.1 Dazu kommt die berühmte „breite“ Diphthongierung (hei „er“, tau „zu“), an der man Mecklenburger im ganzen Norden erkennt; die Grenze zum Märkischen verrät der Artikel: mecklenburgisch dat, märkisch det.1

HochdeutschAllgemeines NiederdeutschMecklenburgischMerkmal
zutotauDiphthongierung ô → au
wartentöventäubenDiphthongierung (Umlaut äu)
OfenAvenAben (auch Awen)v/b-Wechsel
grüngröngräunDiphthongierung
erstierstErhöhung vor r
hörenhürenErhöhung vor r

Man gliedert das Gebiet in das Schwerinerische, das Vorpommersche und das Strelitzische; der Wortschatz ist in Richard Wossidlos monumentalem Mecklenburgischen Wörterbuch erfasst. Fritz Reuter selbst schrieb sein Platt übrigens bewusst nah an der hochdeutschen Rechtschreibung — einer der Gründe, warum es sich bis heute so gut liest.1

Dieser Leitfaden ist ein Startkapitel: Er deckt die Orientierung und die ersten A1-Inhalte ab und wird in kommenden Ausgaben — nach dem Vorbild des Bairisch-Leitfadens — durch alle acht GER-Teilstufen (A1.1 bis B2.2), Vokabellisten und Übungen erweitert.

Notes & Bibliography

  1. „Mecklenburgisch-Vorpommersch“, Wikipedia (deutsch) — Einordnung ins Ostniederdeutsche; definierendes Merkmal: Hebung/„Erhöhung“ von mnd. ê/ô vor r (ierst, hüren, Uhr ‚Ohr‘); Diphthongierung hei/tau mit Beispielreihe to/töven/Aven/grön → tau/täuben/Aben/gräun; dat gegenüber märkisch det; Teildialekte Schwerinerisch, Vorpommersch, Strelitzisch; „breite“ Aussprache; Fritz Reuters an der Standardorthographie orientierte Schreibung; Richard Wossidlos Mecklenburgisches Wörterbuch. [source]