Skip to content
LinguaCommons
← Dialects

Kölsch

1. Was ist Kölsch?

Kölsch ist der Stadtdialekt Kölns und gehört zu den ripuarischen Mundarten des Mittelfränkischen — damit ist es der bekannteste Vertreter der nordrhein-westfälischen Dialektlandschaft.1 Kaum ein deutscher Stadtdialekt wird so gepflegt: mit eigener Akademie, Karnevalsliedern und einer lebendigen Bühnen- und Musikszene.

Kölsch ist zugleich das einzige „Getränk, das man sprechen kann“ — der Scherz gehört zur Stadt; gemeint sind das obergärige Bier und die Mundart.

A1.1Erster Kontakt — Klang & Lautung

Zwei Dinge fallen sofort auf: g wird meist zu j (jesaat für „gesagt“), und Endungen wie -e, -n, -t werden gern getilgt — Woche wird Woch, Mädchen wird Mädche, Markt wird Maat.1 Wörter fließen dabei wie in der französischen Liaison ineinander.1

HochdeutschKölschWas sich verschiebt
gesagtjesaatg → j; Endung getilgt
WocheWochEndungs-e getilgt
MädchenMädcheEndungs-n getilgt
MarktMaatrk → längeres a
reden / Unterhaltungklaafe / dä KlaafVerb → endungsloses Maskulinum
A1.2Erste Sätze — das „Rheinische Grundgesetz“

Der berühmteste kölsche Satz stammt aus dem sogenannten Rheinischen (Kölschen) Grundgesetz: Et es, wie et es — „Es ist, wie es ist“.1 An ihm hörst du gleich zwei Merkmale: dat/et statt „das/es“ und die fließende Wortverbindung (gesprochen etwa „eddés, wie-eddés“).1

Weiterlernen & Quellen

Der Wikipedia-Artikel „Kölsch (Sprache)“ beschreibt Lautstand, Grammatik und die Kölner Sprachpflege (u. a. die Akademie för uns kölsche Sproch) im Detail.1

Dieser Leitfaden ist ein Startkapitel: Er deckt die Orientierung und die ersten A1-Inhalte ab und wird in kommenden Ausgaben — nach dem Vorbild des Bairisch-Leitfadens — durch alle acht GER-Teilstufen (A1.1 bis B2.2), Vokabellisten und Übungen erweitert.

Notes & Bibliography

  1. „Kölsch (Sprache)“, Wikipedia (deutsch) — ripuarische Einordnung, Endungstilgung (Woch, Mädche, Maat), g→j (jesaat), Verbalableitungen (klaafe → dä Klaaf), Liaison und das Zitat „Et es, wie et es“ aus dem Rheinischen/Kölschen Grundgesetz, Akademie för uns kölsche Sproch. [source]